Der Urlaubsblog
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Über Omaruru zur Vingerklip Lodge

Am Dienstag ging unsere Reise von der Küste ins Landesinnere. Auf dem Weg zur Namib Guestfarm machten wir einen Abstecher zur Spitzkoppe, einem sehr markanten Berg inmitten der flachen Wüstenlandschaft. Was von weitem noch eher langweilig ausgeschaut hat, entpuppte sich von nahem als ein Paradies aus Gesteinsformationen. Riesige Kugeln schienen jeden Moment von den glatten Flächen abzurutschen, monströse Felsblöcke sahen aus wie Zähne von Riesen und Steinbögen erinnerten mich an die Nationalparks der USA. Beim Mittagessen im Schatten eines Baumes hatten wir dann ein Erdmännchen zu Gast, welches auch auf dem Laufsteg von „Germany’s next Top Model“ eine gute Figur gemacht hätte. Ich habe es auf jeden Fall von allen Seiten abgelichtet.

Spitzkoppe mit unserem Hilux Steinbogen bei der Spitzkoppe Erdmännchen

Der Abend auf der Namib Guestfarm war dann unsere erste echte Namibia-Erfahrung. Auf dem Hof rannten jede Menge Hühner herum, überall brummte und summte es und beim Abendlichen Lagerfeuer gab es einiges von der Familie Seibolt zu lernen. Besonders der 18jährige Sohn der Familie war in Plauderlaune: Erstes Luftgewehr mit 3, erster geschossener Bock mit 7 und Autofahren mit 9 klingt schon spannend. Außerdem wissen wir jetzt, wie man einen angreifenden Leoparden zur Strecke bringt, wenn alles andere versagt: Arm in den Hals stecken, Zunge gut festhalten und warten, bis er erstickt ist. Ich werde es bei nächstbester Gelegenheit ausprobieren. Das Abendessen bestand diesmal aus Warzenschweinkeule und Oryx Steak, beides äußerst lecker. Schade, dass man bei uns daheim auf Rind, Schwein und Geflügel beschränkt ist.

Der Mittwoch lässt sich mit den Worten „Essen und Autofahren“ sehr gut beschreiben. Mittlerweile fühlen wir uns übrigens durch ein Ehepaar aus Kassel regelrecht verfolgt (könnte aber auch daran liegen, dass wir beide den gleichen Reiseführer haben). Warum sonst sollten wir uns heute zum dritten Mal treffen, und das auch noch bei einer Bäckerei mitten im Nirgendwo. Dort gab es übrigens zwei leckere Burger mit Coke Zero, danach noch ein Plunderteilchen und das Ganze für nicht mal 8 Euro. Kurz darauf kamen wir auch schon bei der Vingerklip Lodge an und genossen den restlichen Nachmittag am Pool. Der Ausblick von unserem Chalet  ist einfach überwältigend. Zum Abendessen ging es dann einige Spitzkehren und 160 Metallstufen hinauf zum „Eagles Nest“, direkt an der Kante der Steilwand. Oryx ist zur Zeit scheinbar angesagt, schmeckt aber immer noch lecker. Der Abstieg bei Dunkelheit verlief unspektakulär, wir Streber hatten aber auch unsere Taschenlampe dabei.

Blick von der Terasse unserer Lodge Blick von der Vingerklip auf das South Plateau Unbekannter Vogel ;-) Maus

Nachdem wir bislang jeden Tag mit dem Auto unterwegs waren und bereits 1500 km hinter uns hatten, entschlossen wir uns am Donnerstag zu einem entspannten Tag in der Vingerklip Lodge. Nachdem wir von einem grandiosen Sonnenaufgang aufgeweckt wurden, unternahmen wir eine zweistündige Wanderung zur namensgebenden Vingerklip, einer Gesteinsformation in Form eines Fingers. Die Ruhe und Aussicht von dort war phänomenal, wir waren mal wieder mutterseelenallein. Danach war erst mal relaxen am Pool angesagt. Am Abend wagte ich mich dann nochmal alleine in die weite Prärie, um das „South Plateau“ zu erkunden. Da ich den richtigen Weg dorthin ohnehin verpasst hatte, ging ich kurzentschlossen querfeldein. Der Dank dafür war einerseits eine schöne Aussicht von einem kleinen Hügel, andererseits aber auch tausende kleine Stacheln von irgendwelchen Büschen, die bis durch die Schuhe in die Füße gingen. Selbst am nächsten Tag habe ich von den Biestern noch einige gefunden. Irgendwann auf meinem Weg habe ich dann ein undefinierbares grunzen gehört. War vermutlich ein Warzenschwein, hat mir aber einen tierischen Schrecken eingejagt. Vielleicht gibt es ja doch Leoparden hier und ich muss gleich meine Selbstverteidigungsstrategie ausprobieren? Nachdem ich diesen Bericht noch verfassen konnte, ist offensichtlich nichts weiter passiert.

South Plateau im Abendlicht Panorma von der Vingerklip aus

7. Mai 2013 This post was written by Categories: Namibia 2013 No comments yet


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